Wissenschaft

Foldit: Spielerische Proteinforschung

In der aktuellen Nature findet sich ein Artikel zu Foldit, einem Spiel mit dem die Talente tausender Spieler zur Erforschung von Proteinstrukturen eingesetzt werden. Die Bestimmung der genauen Struktur von Proteinen ist eines der Top-Ten Probleme der Biologie, und da ich auch daran arbeite, bietet Foldit eine gute Gelegenheit, mal darüber zu schreiben. Proteine sind

Ben Goldacre vs. Gillian McKeith

Der Kampf der Vernunft gegen die Hömöopathie füllt nicht nur das deutsche Blogsommerloch, sondern inzwischen auch das englische. Die Debatte ist dort schon etwas weiter entwickelt und schließt auch unzählige Anbieter von Vitaminpillen, Fischölen und ähnlichem ein. Zu verdanken ist das vor allem dem Arzt und Guardian-Korrespondenten Dr. Ben Goldacre, der mit seinem Buch Bad

Dehnen senkt das Verletzungsrisiko im Sport nicht

Nachdem ich den gestrigen Tag bei einer Veranstaltung der IHK verschwenden durfte, verwende ich zum Einstieg in diesen Artikel mal die größte intellektuelle Errungenschaft der Wirtschaftswissenschaften: die Vierfeldertafel. Die Tafel charakterisiert die (Un-)Menge gut gemeinter Ratschläge in zwei Dimensionen: wahr/falsch und neu/alt. Wie zu erkennen sind mir neue und wahre Ratschläge natürlich immer willkommen. Neue

Kampf gegen Malaria: Genveränderte Moskitos oder doch einfach Laser?

Vor einigen Monaten las ich von einem Projekt der FU Berlin, Bienen im Flug auf freiem Feld mittels Radar zu verfolgen. Was bei Bienen geht, sollte auch bei Mücken funktionieren, weshalb ich gleich anfing eine Radar-Laser-Computer-Kombination zu konstruieren, um fortan die Mücken im Schlafzimmer entweder in FPS-Manier oder automatisch zu zerstören. Das Projekt gab ich

Die Fünf führende Wirtschaftsforschungsinstitute vs. Oktopus Paul

Ein beliebtes set piece der öffentlich-rechtlichen Nachrichten ist die Verkündung von Zufallszahlen. Nein, nicht die als Service getarnte Glücksspielwerbung der Lottozahlenverkündung ist gemeint. Es geht um noch zufälligere Zahlen. Zahlen, die die Einschränkung “Diese Angaben sind wie immer ohne Sinn und Verstand” verdient hätten, sie aber nicht bekommen: die Konjunkturprognosen. Diese Berichte beginnen meist mit

Ein Artikel – Zwei Innovationsmethoden

In der Kategorie die mit “Wissenschaft” betitelt ist, sich meist jedoch nur mit neuen Fahrwerken von AUDI oder mal wieder dem “echten Jesus Christus” beschäftigt, ist im aktuellen Spiegel ein guter Artikel, der nebenbei ganz wundervoll die Unterschiede der Europäischen zur US-Wissenschaft aufzeigt. Das Thema: Software, die natürlich gestellte Fragen verstehen und beantworten kann. Der

Die Hessischen Unis, Doktoranden und die Logik

In Hessen gab es laut SPON etwas Aufregung um den folgenden Satz der Immatrikulationsverordnung: Bewerber, die nicht an der Hochschule beschäftigt sind, können als Doktoranden immatrikuliert werden. Daraus wurde von der Uni Frankfurt, aber wohl anfangs auch vom Ministerium, der Umkehrschluss gezogen, dass Hochschulmitarbeiter nicht zeitgleich als Promotionsstudenten eingeschrieben sein können. Logisch nennt sich das

Hilft Tamiflu bei der Grippe-Prävention?

Ist zwar schon etwas her, sollte zum Wohle einer informierten Diskussion in zukünftigen Pandemien aber mal googlebar erfasst werden: zu Zeiten der Schweinegrippe gab es immer wieder nette Fernsehbeiträge mit sicher gut gemeinten Belehrungen durch Apotheker oder Ärzte, dass Tamiflu (Oseltamivir) zwar bei der Behandlung der Grippe helfen würde, die Einnahme zu Präventionszwecken jedoch nicht

Zu viele Karten hängen an Wänden!

Im amerikanischen Schulunterricht durfte ich mal miterleben, wie die Frage “Where is North?” mit Fingerzeigen zur Decke beantwortet wurde. Im Interesse der Allgemeinbildung sollte man Landkarten also vielleicht seltener an Wände hängen oder auf Bildschirmen anzeigen. Passend dazu nun dieses Studienergebnis: wenn Probanden sich zwischen gleichlangen nördlich oder südlich verlaufenden Routen entscheiden sollen, wählen Sie

Italienisches Erdbeben nicht prognostiziert: Totschlagsanklage gegen Geologen

Am 6. April des letzten Jahres kam es im italienischen L’Aquila zu einem schweren Erdbeben. Durch die Erdstöße kamen über 300 Menschen ums Leben und fast 70.000 wurden obdachlos. Da die Erdbebengefahr bekannt und fast überall in Italien hoch ist, gab es bereits vor dem Beben Bemühungen, den Zivilschutz zu verbessern und die Risiken zu