Matthias Winkelmann

Boom verblüfft Experten – was sagen die Experten?

Hinweis: heute in der Stunde ab 16 Uhr sendet Radio Fritz des RBB ein kurzes Interview mit mir zum Thema Konjunkturprognosen, basierend auf meinem Oktopus Paul – Artikel. Wirklich spannend ist es aber eher nicht – “die irrtümliche Annahme der Normalverteilung wirtschaftlicher Prozesse” passt einfach nicht so gut zu dem Sender. Das Fantastische am Prognostizieren

Schau mal: Für Stand & Volumen

Ich will schon länger einen Artikel über die pseudowissenschaftlichen Graphen und Texte auf der Rückseite von Shampooflaschen schreiben. Heute fiel mir auf, dass die Vorderseite noch viel lustiger sein kann. Das sicherlich ganz tolle “SCHAUMA for men” geniert sich nicht, an die niedrigsten Instinkte der Zielgruppe zu appellieren. Die Angabe “mit Hopfen” spricht noch eher

Foldit: Spielerische Proteinforschung

In der aktuellen Nature findet sich ein Artikel zu Foldit, einem Spiel mit dem die Talente tausender Spieler zur Erforschung von Proteinstrukturen eingesetzt werden. Die Bestimmung der genauen Struktur von Proteinen ist eines der Top-Ten Probleme der Biologie, und da ich auch daran arbeite, bietet Foldit eine gute Gelegenheit, mal darüber zu schreiben. Proteine sind

33 Ziffern um ein Konto zu identifizieren?

Die EU-Kommission fordert 22-stellige Kontonummern und elfstellige Bankleitzahlen. Angeblich dient dies der Vereinfachung und Harmonisierung des Zahlungsverkehrs. Vereinfacht wird dabei vielleicht manches für die Banken, aber nicht unbedingt für die Kunden. Wenn man sich bei einem Prozent aller Ziffern verschreibt (geschätzt aus meiner vielleicht etwas unterdurchschnittlichen Vergangenheit), liegt die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler bei 33

Ben Goldacre vs. Gillian McKeith

Der Kampf der Vernunft gegen die Hömöopathie füllt nicht nur das deutsche Blogsommerloch, sondern inzwischen auch das englische. Die Debatte ist dort schon etwas weiter entwickelt und schließt auch unzählige Anbieter von Vitaminpillen, Fischölen und ähnlichem ein. Zu verdanken ist das vor allem dem Arzt und Guardian-Korrespondenten Dr. Ben Goldacre, der mit seinem Buch Bad

Dehnen senkt das Verletzungsrisiko im Sport nicht

Nachdem ich den gestrigen Tag bei einer Veranstaltung der IHK verschwenden durfte, verwende ich zum Einstieg in diesen Artikel mal die größte intellektuelle Errungenschaft der Wirtschaftswissenschaften: die Vierfeldertafel. Die Tafel charakterisiert die (Un-)Menge gut gemeinter Ratschläge in zwei Dimensionen: wahr/falsch und neu/alt. Wie zu erkennen sind mir neue und wahre Ratschläge natürlich immer willkommen. Neue

Kampf gegen Malaria: Genveränderte Moskitos oder doch einfach Laser?

Vor einigen Monaten las ich von einem Projekt der FU Berlin, Bienen im Flug auf freiem Feld mittels Radar zu verfolgen. Was bei Bienen geht, sollte auch bei Mücken funktionieren, weshalb ich gleich anfing eine Radar-Laser-Computer-Kombination zu konstruieren, um fortan die Mücken im Schlafzimmer entweder in FPS-Manier oder automatisch zu zerstören. Das Projekt gab ich

Die Fünf führende Wirtschaftsforschungsinstitute vs. Oktopus Paul

Ein beliebtes set piece der öffentlich-rechtlichen Nachrichten ist die Verkündung von Zufallszahlen. Nein, nicht die als Service getarnte Glücksspielwerbung der Lottozahlenverkündung ist gemeint. Es geht um noch zufälligere Zahlen. Zahlen, die die Einschränkung “Diese Angaben sind wie immer ohne Sinn und Verstand” verdient hätten, sie aber nicht bekommen: die Konjunkturprognosen. Diese Berichte beginnen meist mit

Ein Artikel – Zwei Innovationsmethoden

In der Kategorie die mit “Wissenschaft” betitelt ist, sich meist jedoch nur mit neuen Fahrwerken von AUDI oder mal wieder dem “echten Jesus Christus” beschäftigt, ist im aktuellen Spiegel ein guter Artikel, der nebenbei ganz wundervoll die Unterschiede der Europäischen zur US-Wissenschaft aufzeigt. Das Thema: Software, die natürlich gestellte Fragen verstehen und beantworten kann. Der

Die Hessischen Unis, Doktoranden und die Logik

In Hessen gab es laut SPON etwas Aufregung um den folgenden Satz der Immatrikulationsverordnung: Bewerber, die nicht an der Hochschule beschäftigt sind, können als Doktoranden immatrikuliert werden. Daraus wurde von der Uni Frankfurt, aber wohl anfangs auch vom Ministerium, der Umkehrschluss gezogen, dass Hochschulmitarbeiter nicht zeitgleich als Promotionsstudenten eingeschrieben sein können. Logisch nennt sich das