33 Ziffern um ein Konto zu identifizieren?

Die EU-Kommission fordert 22-stellige Kontonummern und elfstellige Bankleitzahlen. Angeblich dient dies der Vereinfachung und Harmonisierung des Zahlungsverkehrs.

Vereinfacht wird dabei vielleicht manches für die Banken, aber nicht unbedingt für die Kunden. Wenn man sich bei einem Prozent aller Ziffern verschreibt (geschätzt aus meiner vielleicht etwas unterdurchschnittlichen Vergangenheit), liegt die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler bei 33 Ziffern bei 28% (1-0.99^33). Wer dann also noch Überweisungen ohne Copy&Paste ausfüllt dürfte oft danebenliegen.

Vermutlich enthalten so lange Zeichenketten aber etwas Redundanz, oder zumindest eine Prüfsumme. Damit wird die Überweisung wenigstens nur abgewiesen und das Geld verschwindet nicht im Kaukasus. Denn der Abgleich zwischen Kontonummer und Kontoinhaber wurde ja bereits gestrichen.

Trotz dieser Metainformationen und vielleicht weiteren Vorteilen für die Bankenseite wie der Zuteilung ganzer Ziffernblöcke zu einzelnen Ländern/Banken/Großkunden ist der Sinn zumindest nicht offensichtlich. Mit einer 33-stelligen Folge von 36 Ziffern kann man immerhin 2×10^51 (36^33) Konten adressieren. Die europäischen Banken können damit also jedem Atom der Erde ca. zehn Konten einrichten.

Mein Vorschlag wäre ja eher eine sechsstellige Kontonummer ohne Bankleitzahl. Damit könnte man dann immerhin auch über zwei Milliarden Konten abdecken, also ziemlich genau drei Konten für jeden Europäer. Vielleicht noch 1-2 Stellen zusätzlich für eine Prüfsumme. Vermutlich würde dies die Komplexität auf der Anbieterseite erhöhen. Für Kunden wäre es aber wesentlich einfacher.

Aber vielleicht gibt es ja einen Grund, Bankkunden in Zukunft Fleißarbeit aufzubürden. Wobei im BIC/Swift-Verfahren anscheinend durchaus auch solche Nutzbarkeitsaspekte berücksichtigt wurden. Eine Bankleitzahl sieht dort z. B. so aus: BE LA DE BE.

Keine Kommentare