Ein beliebtes set piece der öffentlich-rechtlichen Nachrichten ist die Verkündung von Zufallszahlen. Nein, nicht die als Service getarnte Glücksspielwerbung der Lottozahlenverkündung ist gemeint. Es geht um noch zufälligere Zahlen. Zahlen, die die Einschränkung “Diese Angaben sind wie immer ohne Sinn und Verstand” verdient hätten, sie aber nicht bekommen: die Konjunkturprognosen.
Diese Berichte beginnen meist mit “Die fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitue prognostizieren…” und enden mit einer schönen Zahl, ausgestattet mit einer Genauigkeit suggerierenden Dezimalstelle: das im kommenden Jahr erwartete Wirtschaftswachstum, gemessen am Bruttoinlandsprodukt. Die Medien pilgern zu diesen Orakelzeremonien wo graue Männer mit grauen Krawatten ex cathedra die Zukunft bestimmen. Zwar finden sich in den Printmedien vereinzelt kritische Stimmen an diesem Ritual. Eine Konsequenz wird daraus jedoch nicht gezogen. Weder verzichten die Medien auf die Wiedergabe dieser Kaffeesatzleserei, noch wird der interessierte Bürger bei der Wiedergabe der Prognosen gewarnt: “Achtung, diese Prognosen sind nur Spielzeug und nicht als Schwimmhilfe geeignet. Treffen Sie keine Entscheidungen auf dieser Basis, erst recht keine wichtigen”.
Die Daten
Aber der Reihe nach. In Deutschland gibt es zwei relevante Gremien, die Wachstumsprognosen abgeben: der Rat der sogenannten Wirtschaftswaeisen und die gemeinsame Prognose der “fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute”. Da letztere ihre historischen Prognosen einfach lesbar im Internet anbieten, möchte ich diese hier dem harschen Licht der Realität unterwerfen. Online verfügbar sind die Frühlings- und Herbstgutachten seit 1999. Auch die jeweilig eingetretenen Wachstumszahlen der vorangegangenen Jahre ist enthalten.
Jedes Gutachten enthält eine Prognose für das laufende sowie das kommende Jahr. Im April und Oktober 2002 gibt es so jeweils eine Vorhersage für 2002 und eine für 2003. Insgesamt gibt es somit vier Prognosereihen mit Abständen von 3, 9, 18 und 21 Monaten zum Ende des vorhergesagten Jahres. Bei den beiden Vorhersagen mit kurzer Frist hat das Jahr natürlich schon angefangen, d. h. es sind teilweise schon Echtdaten enthalten. Hier möchte ich mich auf die längerfristigen Vorhersagen des jeweils nächsten Jahres konzentrieren.
Grafik 1 zeigt einen Scatterplot der Vorhersagen (y-Achse) zum eingetretenen Wert (x-Achse). Der Punkt ganz links bedeutet z. B., dass ein Wachstum von 1,4% vorhergesagt wurde, real aber -5% eintrafen (2009). Bei perfekten Progosen würden alle Punkte auf der eingezeichneten diagonalen Gerade x=y liegen. Natürlich kann man von einer Prognose keine Perfektion erwarten. Zumindest einen gewissen Zusammenhang zwischen Vorhersage und Realität würde man sich aber schon wünschen, bei dem sich die Datenpunkte um die Gerade herum verteilen. Zu erkennen ist davon jedoch: nichts. Fast scheinen die Punkte sich um die entgegengesetze Gerade zu schaaren. Bei guten Konjunkturprognosen sollte man sich dann vielleicht Sorgen machen. (Link zur Datentabelle siehe unten)
Die Güte der Vorhersagen kann man auch berechnen. Am verständlichsten ist die durchschnittliche Abweichung: die 21-Monats-Prognose liegt im Schnitt um 2 Prozentpunkte daneben, und das bei einem Wert der lediglich zwischen -5 und +3 schwankt. Ein ähnliches Maß ist die Wurzel der mittleren quadratischen Abweichung (WMQA), der für diese Prognosen bei 2.61 liegt. Aus nicht näher interessanten Gründen kann man damit folgendes zeigen: wenn die “fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute Deutschlands” eine Wachstumsprognose von 1% abgeben bedeutet dies, dass das reale Wachstum mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% im Bereich von -1.6% bis +3.6% liegt. Es gibt also entweder Rezession oder das höchste Wachstum der letzten zehn Jahre. Eine absolut nutzlose Vorhersage, die aber wenigstens nicht den falschen Anschein von Sicherheit weckt.
Oktopus Paul kann’s besser
Richtig amüsant wird es, wenn wir Paul den Oktopus zum Konkurrent der “fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute Deutschlands” machen. Paul wurde gerade der Ruhestand versprochen, daher ist er etwas faul und gibt als Vorhersage jeweils das BIP des Vorjahres an, also eine Stagnation mit exakt 0% Wachstum. Bewerten wir die Vorhersagen Pauls nun mit den gleichen Mitteln erhalten wir einen WMQA von 2.27 (Experten: 2.61). Der Oktopus trifft die Realität also besser als die “fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute Deutschlands”. Erst bei der kürzerfristigen 18-Monats-Prognose liegt der Oktopus mit 2.27 leicht schlechter als die Experten mit 2.0.
Nun können die “5fWD” sich ungerecht behandelt fühlen. Schließlich war die Rezession 2009 nicht wirklich vorhersagbar. In den Gutachten z. B. der Wirtschaftsweisen wird auch immer ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Vorhersagen nur unter bestimmten, teils explizit genannten, Bedingungen gelten. Die Prognosen dienen aber eben als Handlungsgrundlage in der realen Welt, die sich an diese Bedingungen nicht hält. “Unvorhersehbare Ereignisse” sind tatsächlich nichrt vorhersagbar, sie sind aber nicht wirklich außergewöhnlich oder selten: 1997: Asienkrise, 1998: Russlandkrise, 1999: Dotcom-Krise, 2001: Terroranschläge etc. Eine Vorhersage für’s idealisierte volkswirtschaftliche Reagenzglas ist unbrauchbar. Keine Daten zu haben ist besser, als falsche Daten zu haben. Die Handlungsempfehlung ist also nicht, die bestehenden Modelle zu verbessern. Dies wird seit 40 Jahren probiert, ist aber eben aussichtslos. Die Empfehlung lautet: hört einfach auf! Es ist moralisch bedenklich, 40 Jahre wissentlich ein fehlerhaftes Produkt zu verkaufen. Wo die “Gutachten” aus mehr als nur der Konjunkturprognose bestehen, so wäre ich erstaunt, wenn diese weicheren Empfehlungen an die Politik qualitativ besser wären. Sie lassen sich nur nicht so gut testen. Mein Vorwurf ist nicht die Ungenauigkeit der Vorhersagen, denn solche sind schwierig – insbesondere, wenn sie die Zukunft betreffen. Mein Vorwurf ist, dass es überhaupt versucht wird.
Da wohl auch weiterhin fleißig prognostiziert werden wird, müssen die Medien die Verantwortung übernehmen. Es gilt, nicht weiter Jahr für Jahr wissentlich Falschmeldungen zu verbreiten. Da dies wohl im passenden Gremium nicht gut ankäme, sollte zumindest direkt bei der Verkündung darauf hingewiesen werden, dass die Prognosedaten in den Vorjahren höchstens Unterhaltungswert hatten.
Eingangs erwähnte ich, dass Konjunkturdaten vermutlich “noch zufälliger” als die Lottozahlen sind. Denn Lottozahlen sind zwar zufällig, aber beherschbar. Alle Zahlen können mit gleicher Wahrscheinlichkeit gezogen werden. Es ist ein Spiel, dessen Regeln uns bekannt sind.
Die Regeln der Volkswirtschaft sind uns nicht bekannt. Bei der Schätzung des Konfidenzintervalls weiter oben gehe ich von einer Normalverteilung der Konjunkturentwicklung aus, dass diese Zahlen also wie die Körpergroße in einem beherschbaren Rahmen um einen Mittelwert schwanken. In der Wirtschaft könnte diese Annahme bereits zu optimistisch sein, denn sie unterschätzt vermutlich die Gefahr von Großereignissen.
Material und Methoden
Alle Daten stammen von der Website des Ifo-Instituts. Die Berechnungen können in diesem google-Dokument nachvollzogen werden. Die Idee zu dieser Analyse kam mir bei der Lektüre des hervorragenden The Black Swan von Nassim Nicholas Taleb.
Sehr aufschlussreicher Artikel!
Eine kleine links-rechts-Schwäche hat sich allerdings eingeschlichen:
“Der Punkt ganz rechts bedeutet z. B., dass ein Wachstum von 1,4% vorhergesagt wurde, real aber -5% eintrafen (2009).”
Korrigiert. Danke!
“Grafik 1 zeigt einen Scatterplot der Vorhersagen (y-Achse) zum eingetretenen Wert (x-Achse). Der Punkt ganz rechts bedeutet z. B., dass ein Wachstum von 1,4% vorhergesagt wurde, real aber -5% eintrafen (2009).”
Ich glaube, Sie meinten das andere rechts.
“Der Punkt ganz rechts bedeutet z. B., dass ein Wachstum von 1,4% vorhergesagt wurde, real aber -5% eintrafen (2009). ”
Da ist wohl links gemeint
Ok das kommt davon wenn man eine Seite aufmacht und erst 15 min später ließt…
an sich ganz interessant, aber die Grafik wäre besser, wenn beide Achsen den gleichen Wertebereich umfassen würden – dann hätte man eine wirkliche Winkelhalbierende… .
“It’s a little more complicated than that” kann ich dazu nur sagen. Konjunkturprognosen werden gemacht, weil Konjunkturprognosen nachgrefragt werden. Das klingt jetzt trivial, ist aber der Grund, warum es nur um eine Verbesserung der ökonomischen und ökonometrischen Modelle gehen kann, nicht um eine Abschaffung der Prognosen.
Wie sich die Konjunktur entwickln wird ist interessant für die Planung öffentlicher Haushalte, für Zentralbanken, für Lohnverhandlungen etc. Viele sind darauf angewiesen Anhaltspunkte über die wirtschaftliche Entwicklung zu haben. Klar kann man dann sagen “keine Ahnung” und Däumchen drehen. Aber was ist, wenn man für das nächste Jahr genaue Einflussfaktoren, die das BIP-Wachstum stark beeinflussen werden, bereits heute kennt? So tun, als wüsste man nichts? Oder versucht man, diese Information zu quantifizieren? Und wenn man schon eine sichere Information einbaut, warum dann nicht auch andere Informationen, die das Modell besser machen? Und schon sind wir mitten in der “Verbesserungsdiskussion”.
Wenn man nachts Auto fährt ist es auch nicht empfehlenswert die Augen zu zumachen, weil man sowieso nicht perfekt sieht.
Wenn ich die Grafik so sehe, frage ich mich, warum Institute und Paul nicht einfach konstant 1% vorhersagen.
@tov: Natürlich werden die Prognosen nachgefragt und daher erstellt. Die Frage ist aber: was ist besser? Gar keine Daten zu haben, oder komplett falsche? Natürlich hätte ich gerne eine Brücke über den Fluss. Aber ich bevorzuge keine Brücke, zu einer, die garantiert einstürzt.
Diese Prognosen sind aber genau solche Brücken: sie suggerieren Information, die keine ist. Wie im Artikel beschrieben geht es mir nicht um kleine Abweichungen, wie sie z. B. bei der Wettervorhersage auftreten. Die Prognosen stehen in gar keinem Zusammenhang zur Realität.
Eine Planung, die auf falschen Informationen basiert kann nicht besser sein, als eine Planung ohne Informationen.
@Mirko: ich hatte die 0% vorher festgelegt, da ich sonst aus den Echtdaten die Oktopus-Pseudoprognose erstellt hätte. Das wäre nicht korrekt. 1% funktioniert tatsächlich noch besser als 0%.
Das Problem sind nicht die Prognosen, sondern der Umgang mit ihnen. Kein seriöser Ökonom wird behaupten, dass er das Wirtschaftswachstum des nächsten Jahres auf die Kommastelle genau vorhersagen kann. Auch ist dies nicht Sinn und Zweck der erstellten Prognosen. Das Problem ist, dass sowohl Politik als auch Medien immer alles auf eine Zahl konzentriert haben wollen. Also wird eine Zahl ermittelt und veröffentlicht. Verschwiegen werden von Medien und Politik dabei allerdings die Annahmen sowie das theoretische Modell, d.h. die Methode wie diese Zahl ermittelt wird. Es steht ber alles in den Prognosen der Forschungsinstitute, nur kann man dies nicht in kurze Schlagzeilen fassen. Wenn Sie differenzierte Prognosen haben möchten, dann müssen Sie immer noch die Prognoseberichte selbst lesen.
P.S. Stimmt es wirklich, dass Sie nicht die Regeln der Volkswirtschaftslehre kennen, aber trotzdem einen Beitrag zu einer volkswirtschaftlichen Fragestellung schreiben? Dann bitte erst ausführlich informieren, recherchieren und dann kritisieren.
Guter Artikel, mich würde mal eine ausführlichere Studie über Wirtschaftsprognosen interessieren.
Allgemein habe ich das Gefühl ich, dass sich die Wirtschaftswissenschafter immer danach sehnen Naturwissenschaftler zu sein. So treten sie jedenfalls gerne auf und suggerieren eine Exaktheit, die diese Wissenschaft nicht bieten kann. Ein Naturwissenschaftler würde nie eine Theorie akzeptieren, weil sie in 1,2 Fällen beeinflußt unüberschaubaren Anzahl von zusätzlichen Faktoren stimmte. Genau das hört man aber immer öfter: “Die [wirtschaftspolitische Methode] funktioniert nicht, dass zeigte sich schon [1979, in den USA etc.]“.
@ guybrush
Wie oben schon in meinem ersten Kommentar geschrieben, kein erstzunehmender Ökonom behauptet exakt das Wirtschaftswachstum prognostizieren zu können.
Mithilfe eines Modells und entsprechender Annahmen lässt sich zwar eine Zahl ermitteln, aber diese Zahl gilt nur für dieses Modell und diese Annahmen.
In jedem Prognosebericht werden die Annahmen und das Modell beschrieben, d.h. ich habe die Möglichkeit nachzuschauen, z.B. welche Annahmen gemacht worden sind und ob ich diese für realistisch einschätze.
Extremereignisse können nicht vorhergesehen werden. Ökonomen behaupten aber auch nicht, dass ihre Prognosen für alle Ewigkeit in Stein gemeiselt sind. Daher werden Prognosen auch angepasst, wenn sich andere Entwicklungen abzeichnen.
Konjunkturprognosen sollten als Trendvorhersagen angesehen werden, d.h. in welche Richtung wird sich die Wirtschaft im Prognosezeitraum bewegen.
@Tinko
Dass ist mir und sicherlich auch Herrn Winkelmann klar. Es geht hier aber nicht um ein paar Stellen hinter dem Komma, sondern darum, dass die Prognosen völlig danebenliegen. Zu prognostizieren das Wirtschaftswachstum irgendwo zwischen 0 und 3% liegen wird ist, um das Beispiel nochmal aufzugreifen, wie vorherzusagen, dass die Lottozahlen alle zwischen 1 und 49 liegen werden.
Bei einer Variablen, die immer aus einem so kleinen Interval kommt, im besten Fall um 0.5 Prozentpunkte heranzukommen und trotzdem auf eine Dezimalstelle genau anzugeben ist wissenschaftlich völliger Schwachsinn. Dann sollte man die Vorhersage auf (schwache/starke) Rezension und (schwaches/starkes) Wachstum beschränken. Man muss auch bedenken, dass die das allgemeine Wirtschaftswachstum, die am meisten gemittelte Variable ist und deshalb eigentlich auch am besten vorhergesagt werden sollte.
Es wird zwar nicht behauptet alles exakt vorherzusagen, aber es wird eben doch eine Sicherheit vorgetäuscht die nicht da ist. Natürlich hat jedes Modell gewisse Bedingungen, aber wenn es sich in der Realität nicht bewährt darf man es eben nur als Spielzeugmodell darstellen und nicht zur Vorhersage benutzen und im gleichen Atemzug dann noch politische Empfehlungen auf dieser Basis geben.
Das klingt (und ist vermutlich) alles sauber recherchiert, ich liebe auch die Bücher von Walter Krämer.
Hilfreich wäre für mich noch ein Bisschen Background zum Autor. Dass Du Bioinformatik studierst habe ich gelesen, das macht Dich zu einem Experten für den Oktopus, woher stammt das Wirtschafts-Wissen?
PS: Euer Salz ist immer noch sehr lecker :-)
@Uwe: Die Argumentation und die Daten müssen für sich stehen. Die Berechnungen kann man in dem google-Spreadsheet nachvollziehen. Es geht mir ja gerade darum, die Nutzlosigkeit von Experten in diesem Bereich aufzuzeigen. Wenn ein Argument nur überzeugt, weil ein Nobelpreisträger es vorbringt, kann man es nicht ernstnehmen.
Aber ich hab auch mal BWL studiert und eben das erkannt. Für eine Gehirnoperation frag einen Neurochirurgen. Für Konjunkturvorhersagen einen Taxifahrer.
Als ein Anfang könnte man ja mal einfach anfangen, die Nachkommastelle wegzulassen, die eh nur falsche Genauigkeit suggeriert.
Alles klaro, danke, Matthias!
ich ärger mich seit Jahren über die völlig nutzlosen Vorhersagen, da man eben die Wirtschaft nicht vorraussagen kann! (siehe Krise)
Abwarten auf die echten Zahlen muss daher das Motto heißen, denn die Hellseherei die ständig daneben liegt (und auch nur daneben liegen KANN) ist lächerlich.
Super Beitrag!
Wo darf ich unterschreiben?
Weiss-Nix, geschreddert und gemixt durch 1000 Excel-Transformationen wird zu gefährlichem Weiss-Nix.
Aber ein sensationelles Geschäftsmodell der sogenannten “führenden” Wirtschaftsinstitute, hier “führend” ein Synonym für “immer gleichen” zu sein scheint.
Wolfgang Franz, einer der fünf Wirtschaftsweisen, im Rahmen eines Vortrags zum Sachverständigengutachten in Magdeburg: “Volkswirte sind Leute, die Ihnen morgen immer besonders genau erklären können, warum sie heute falsch liegen.”
[...] das nicht glaubt, schau einfach mal das hier an: Die Fünf führende Wirtschaftsforschungsinstitute vs. Oktopus Paul no comments yet.« taz-Schlagzeile III Leave a [...]
Super Beitrag, danke!
Ich hab das nicht durchgerechnet sondern nur Pi mal Daumen in der Tabelle angeschaut, aber ich hätte eine noch genauere Methode für Paul:
Anstatt von 0%, sprich Stagnation, auszugehen sollte Paul lieber jeweils das Vorjahreswachstum prognostizieren. Dann sollten nach meiner Schätzung noch kleinere Abweichungen auftreten.
@Wirtschaftswissenverlanger
Es ist vollkommen irrelevant, ob der Autor etwas von Wirtschaft versteht, denn er macht ja keine Aussagen über die Wirtschaftsentwicklung. Er macht eine statistische Auswertung, deshalb sollte er etwas von Statistik verstehen. Und das tut er, ich habe es überprüft.
Allen, denen diese Methode imponiert, sei das Buch “Freakonomics” von Steven D. Levitt und Stephen J. Dubner empfohlen. Hier wird zum Beispiel nachgewiesen, dass die Jugendkriminalität in den USA nicht durch verbesserte Verbrechensbekämpfung gesenkt wurde sondern durch die Legalisierung der Abtreibung.
Statistik ist für die Überprüfung von Behauptungen extrem gut geeignetes Mittel, insbesondere dann, wenn die notwendigen Daten frei verfügbar und verlässlich sind.
Vielen Dank für den guten Artikel für den kaum Recherche notwendig war.
Der Artikel trifft an sich den richtigen Punkt – die Prognosen sind keine exakten Vorhersagen und werden auch nicht als solche veröffentlich. Trotzdem werden sie in den Medien und der Politik so verkauft und benutzt.
Leider ist jedoch der Durchschnittswert als Basis für Ihren unterhaltsam geschriebenen Artikel völlig ungeeignet. Bei nur acht beobachteten Werten, die den wohl extremsten Abweichler der letzten 40 Jahr enthalten (2009), sollte man nicht mit dem Durchschnitt argumentieren. Die anderen Werte sehen auf den ersten Blick ja sogar gar nicht so schlecht aus.
“Wenn man nachts Auto fährt ist es auch nicht empfehlenswert die Augen zu zumachen, weil man sowieso nicht perfekt sieht.”
Der Kommentar bringt es auf den Punkt. Um planen zu können, muss man Annahmen treffen. Die Annahmen zu ignorieren, nur weil sie nicht perfekt sind, ist schlichtweg dumm.
Dumm ist eher, bei Dunkelheit in 20m das Vorhandensein einer Rechtskurve zu schätzen und schon mal zu Vorbereitung einzulenken…
P.S. Dafür das die anderen “nicht so schlecht aussehenden” Werte immerhin bis auf nach dem Komma geschätzt wurden… naja, man kann sich alles schönreden. 2m sind im Vergleich zu 10000km ja auch nicht so viel.
@Andreas Kitzing:
Der Abweicher, lässt die Grafik ja eher besser aussehen. Ohne ihn würde man viel deutlicher sehen wie weit weg die Prognosen von der Ideallinie sind.
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Kann Octopus Paul die Konjunktur besser vorhersagen?…
Bei Telepolis verreißt Matthias Winkelmann gerade die halbjährlichen Konjunkturprognosen der fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute (WFI) (neu: vier Anbieter bzw….